Montag, 29. Oktober 2018

Stadtwerke Saarbrücken Netz: Schadensursache des Wasserrohrbruchs im August 2018

Die Ursache für den Wasserrohrbruch am 2. August im Bliestal ist ermittelt. Das Werkstofflabor des TÜV Süd stellte einen Ermüdungsbruch fest. Auslöser waren Bewegungen im Erdreich, die zu Spannungen führten. Diese verursachten an einer schwachen, leicht korrosiven Stelle des Wasserrohres den Riss.

Der etwa 70 Zentimeter lange Riss am Abgangsstutzen an der Hauptversorgungsleitung hatte zur Folge, dass es zu einem kurzfristigen Ausfall der Trinkwasserversorgung in Teilen von Blieskastel, Gersheim und Mandelbachtal sowie in sechs Saarbrücker Stadtteilen kam. Die Hauptversorgungsleitung im Bliestal ist von besonderer Bedeutung, weil über sie auch die Landeshauptstadt Saarbrücken Teile ihres Trinkwassers bezieht. 5.200 Saarbrücker Haushalte waren von der Wasserversorgung abgeschnitten. Allein die Reparaturkosten belaufen sich auf 120.000 Euro.

Der Riss am Abgangsstutzen an einer Hauptversorgungsleitung im Bliestal.  (Bild Stadtwerke Saarbrücken)

Der Riss am Abgangsstutzen an einer Hauptversorgungsleitung im Bliestal. (Bild Stadtwerke Saarbrücken) - Stadtwerke Saarbrücken Netz

„Dass sich ein solches, sehr seltenes Ereignis wiederholt, können wir nicht ausschließen. Wir sind aber auf solche Ereignisse jetzt noch besser vorbereitet“, erklärt Stefan Keller, Geschäftsführer des Wasserwerks Bliestal. So würden derzeit alle Abgangspunkte entlang der Transportleitung untersucht. Dabei wird der Verlauf von Abgängen im Erdreich und die Verkehrslast über der Leitung oder Arbeiten, die in der Vergangenheit im Bereich der Leitung durchgeführt wurden, überprüft und ausgewertet. Durch die Auswertung dieser Daten könne dann vor Ort durch Freilegen der Leitung an identifizierten Stellen notwendige Kontrollen durchgeführt werden. Daneben plant das Wasserwerk Bliestal eine zusätzliche Verbindung der Transportleitung im Bereich des Hölschberges in Erfweiler-Ehlingen zur Absicherung der Versorgung der Gemeinden Mandelbachtal und Gersheim. „Außerdem werden unsere Havarie-Lager mit zusätzlichen Materialien bestückt, die im Schadensfall eine noch schnellere Reparatur der Leitungen ermöglichen“, ergänzt Keller.

Bereits seit 2016 arbeiten die Stadtwerke Saarbrücken an der Aktualisierung des Notversorgungsplans unter anderem durch sogenannte Wasserrohrnetzberechnungen. Diese sollen Aufschluss darüber geben, wann und wo Versorgungsengpässe entstehen könnten. Parallel dazu werde die zentrale, automatische Schaltung der verschiedenen Netzsysteme im Rahmen der Digitalisierung weiter vorangetrieben. Dadurch können betroffene Gemeinden oder Stadtteile schneller aus anderen Gebieten mit Trinkwasser versorgt werden.

Stadtwerke Saarbrücken investieren jährlich 6  Millionen Euro in die Wasserversorgung

Um die 180.000 Saarbrücker Bürger mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser zu versorgen, ist eine aufwändige Infrastruktur notwendig. Die Stadtwerke Saarbrücken unterhalten dafür ein weit verzweigtes Verteilnetz mit einer Länge von rund 850 Kilometern, zwei Wasserwerke mit 20 Brunnen sowie 21 Hochbehälter und sechs Pumpstationen sowie Druckerhöhungsanlagen.  Jährlich investieren die Stadtwerke Saarbrücken rund 6 Millionen Euro in die Wasserversorgung. „Die Investitionssumme wird auf 7 Millionen Euro aufgestockt“, informiert Franz-Josef Johann, Vorstand der Stadtwerke Saarbrücken Netz. Die Mittel sollen in die Erneuerung des Verteilnetzes, des Transportnetzes sowie in die Sanierung und Erneuerung von Anlagen fließen. 

Dürre und Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung

Langanhaltende Hitze und Dürre zeichneten den diesjährigen Sommer aus. Im Saarland wird das Trinkwasser über Brunnen ausschließlich aus Grundwasser gewonnen. Das Grundwasservorkommen im Saarland ist ausreichend. Trotzdem hatten die Stadtwerke Saarbrücken erstmals zum bedächtigen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen. Ursache war der stark gestiegene Wasserverbrauch über einen längeren Zeitraum. An einem durchschnittlichen Sommertag werden in Saarbrücken 28.000 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht. In diesem Sommer erreichte der tägliche Verbrauch über 40.000 Kubikmeter. Die Trinkwassergewinnung und Aufbereitung der Wasserwerke erreichten nahezu 100 Prozent der Kapazität. „In Zukunft muss immer wieder mit solchen hohen Verbräuchen gerechnet werden. Darauf bereiten sich die Stadtwerke Saarbrücken vor“, prognostiziert Frank Ackermann, Technik-Vorstand der Stadtwerke Saarbrücken Netz. Die Trinkwasserversorgung in der Landeshauptstadt erfolgt über die 21 Hochbehälter. „In den sechs betroffenen Stadtteilen waren die Hochbehälter bereits vor dem Schadensfall Anfang August nahezu leer gelaufen. Die Unterbrechung der Wasserzufuhr führte dann schnell zur völligen Entleerung. Wir müssen durch Ausbau und Sanierung der Transportleitungen, die Behälter schneller nachfüllen können. Daran arbeiten wir bereits und dies macht auch einen Großteil unserer Investitionen aus“, so Ackermann.