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Elektromobilität

Netzanschluss von Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge

Die Elektromobilität wird im Zuge der Energie- und Verkehrswende in den kommenden Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen. Als städtischer Netzbetreiber besteht eine unserer Hauptaufgaben darin, das Stromnetz bestmöglich auf die zukünftigen Herausforderungen vorzubereiten. Da der Anschluss von Ladeinfrastruktur überwiegend im Verteilnetz, also der Nieder- und Mittelspannungsebene erfolgen wird, ist für eine flächendeckende Ladeinfrastruktur ein leistungsstarkes und intelligentes Verteilnetz entscheidend.

Hier finden Sie alle notwendigen Informationen, um Ihre Ladeeinrichtung erfolgreich an das Netz der Stadtwerke Saarbrücken anzuschließen.

Anschluss an das Niederspannungsnetz

  • Grundsätzlich ist zur Installation Ihrer Ladeeinrichtung ein eingetragener Elektroinstallateur zu beauftragen. Bei der Installation sind die notwendigen normativen Vorgaben (u.a. VDE-AR-N 4100 und TAB Niederspannung) einzuhalten.
     
  • Wichtig ist zudem, dass die bestehende Hausanschlussleitung auseichend dimensioniert sein muss um den zusätzlichen Leistungsbedarf darstellen zu können. Die Stadtwerke Saarbrücken Netz übernehmen diese Überprüfung.
     
  • Des Weiteren muss auch die Elektroinstallation im Haus ausreichend dimensioniert sein um der zusätzlichen Dauerlast durch den Ladevorgang standzuhalten. Diese Überprüfung erfolgt durch Ihren Elektroinstallateur.
     
  • Der geeignete Netzverknüpfungspunkt für öffentliche Ladeeinrichtungen wird durch die Stadtwerke Saarbrücken Netz ermittelt und festgelegt. Grundlagen für die Ermittlung sind die Gewährleistung eines sicheren Netzbetriebes sowie die Wahl der netztechnisch und wirtschaftlich günstigsten Anschlussvariante.
     
  • Je nach Bauart der öffentlichen Ladeeinrichtung ist ein Übergabeschrank (z.B. Zähleranschlusssäule) zur Herstellung des Netzanschlusses notwendig. Zur Errichtung sind die entsprechende normativen Vorgaben nach VDE-AR-N 4100 sowie der Ergänzenden TAB Niederspannung einzuhalten.
     
  • Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge mit einer Leistung von jeweils > 4,6 kVA sind dreiphasig im Drehstromsystem anzuschließen. Bei Ladeeinrichtungen mit einer Leistung
    > 4,6 kVA ist eine Unsymmetrie-Überwachung vorzusehen.
     
  • Die Dimensionierung des Zählerplatzes ist normgerecht auszuführen. Dabei sind insbesondere die Vorgaben zu Belastungs- und Bestückungsvarianten nach VDE-AR-N 4100 sowie der ergänzenden TAB Niederspannung einzuhalten. Soll für die Ladeeinrichtung ein separater Zähler installiert werden, so erfolgen die Aufforderung zur Zählermontage und Inbetriebsetzung über den Inbetriebsetzungsantrag-Strom.
     
  • Für den Anschluss von Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge mit Leistungen > 12 kVA kann der Netzbetreiber eine Steuer-/ Regelbarkeit (z.B. in 10 %-Schritten), eine intelligente zeitliche Steuerung oder Regeleinrichtung zur Netzintegration sowie in Notfällen eine Unterbrechbarkeit fordern.
     
  • Wird ein reduziertes Netzentgelt nach § 14a EnWG gewünscht, wird im Gegenzug die netzdienliche Steuerung der Ladeeinrichtungen über eine Steuereinrichtung vertraglich vereinbart. Zudem muss die Ladeeinrichtung über einen separaten Zählerplatz mit eigener Messlokation verfügen.
     
  • Wir empfehlen grundsätzlich den Zählerplatz so vorzubereiten, dass eine Steuereinrichtung für Ihre Ladeeinrichtungen nachgerüstet werden kann. Die Stadtwerke Saarbrücken Netz behalten sich vor aus netztechnischen Gründen die Steuerbarkeit von Ladeeinrichtungen zu veranlassen.
  • Um Ihr Elektrofahrzeug zu Hause zu laden empfehlen wir grundsätzlich die Installation einer geeigneten Ladesäule oder Wallbox. Vom Laden über die Haushaltübliche Steckdose wird abgeraten, da diese i.d.R. nicht für den Dauerbetrieb eines mehrstündigen Ladevorgangs ausgelegt sind.
     
  • Sollen mehrere Ladeeinrichtungen installiert werden, etwa in Mehrfamilienhäusern (Tiefgarage), empfehlen wir ein zusätzliches Energiemanagementsystem (EMS) um eine kostenintensive Überdimensionierung des Hausanschlusses zu vermeiden.
  • Nach § 19 NAV (Niederspannungsanschlussverordnung) sind Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge ≤ 12 kVA gegenüber dem Netzbetreiber anzeigepflichtig. Ladeeinrichtungen > 12 kVA sind zudem genehmigungspflichtig.
     
  • Die Anzeige für Ladeeinrichtungen ≤ 12 kVA sowie die Anmeldung für Ladeeinrichtung > 12 kVA erfolgt über das Datenblatt Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge, welches im Downloadbereich zur Verfügung steht.
     
  • Zudem ist die fachgerechte Inbetriebsetzung über das Formular Inbetriebsetzungsformular für Ladeeinrichtungen mitzuteilen sowie ein Übersichtsschaltplan der Kundenanlage einzureichen.
     
  • Bei öffentlichen Ladeeinrichtungen ist darüber hinaus ein Lageplan zum Standort der Ladeeinrichtungen einzureichen
  • Nach erfolgter Anmeldung und Prüfung durch die zuständigen Fachbereiche erhalten Sie von uns eine schriftliche Mitteilung. Bei anmeldepflichtigen Ladeeinrichtungen ≤ 12 kVA ist die Inbetriebsetzung anhand des Inbetriebsetzungsformulares anzuzeigen. Bei genehmigungspflichtigen Ladeeinrichtungen > 12 kVA erfolgt die Inbetriebsetzung unter Vorlage des Inbetriebsetzungsformulares im Beisein eines Stadtwerke Saarbrücken Netz AG Mitarbeiters.