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Saarbrücker Stadtwerke-Konzern rüstet sich nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2014 für die Zukunft

Montag, 19. Oktober 2015

Erstmals seit mehreren Jahren konnte der Saarbrücker Stadtwerke-Konzern im Jahr 2014 einen Konzernüberschuss erwirtschaften. Die Defizite der Saarbahn und der Bäder konnten vor allem durch Gewinne der Stadtwerke Saarbrücken ausgeglichen werden.

Ab sofort macht sich der Konzern den Bekanntheitsgrad seiner stärksten „Marken“ Stadtwerke und Saarbahn zunutze und firmiert die bisherige Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken (VVS) in Stadtwerke Saarbrücken GmbH um. Die Stadtwerke Saarbrücken AG wird in Stadtwerke Saarbrücken Netz AG umbenannt.

 

Neuer Markenauftritt der Stadtwerke Saarbrücken GmbH

Neuer Markenauftritt der Stadtwerke Saarbrücken GmbH

Vor dem Hintergrund sich ständig ändernder Rahmenbedingungen auf dem Energiemarkt sowie weiterhin hoher  Defizite im Verkehrs- und Bäderbereich musste sich der Stadtwerke-Konzern in den vergangenen Jahren vielen Herausforderungen stellen. Dabei wurden etliche Weichen neu gestellt, um sich in den Sparten Versorgung und Verkehr in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld behaupten zu können.

 

Der Konzern schreibt 2014 schwarze Zahlen

Der Stadtwerke-Konzern weist im Geschäftsjahr 2014 einen konsolidierten Konzernüberschuss von 1,6 Mio. Euro aus. Damit schreibt der Konzern erstmals seit 12 Jahren wieder schwarze Zahlen.

Trotz hoher Verluste im Verkehrs- und Bäderbereich von 14 bzw. 1,8 Mio. Euro wurde das positive Ergebnis größtenteils durch die Stadtwerke Saarbrücken Netz AG mit einem Jahresüberschuss von 15,4 Mio. Euro nach Ergebnisabführung und durch den Metering-Dienstleister co.met mit einem positiven Ergebnis von 1,8 Mio. Euro getragen.

Für die beiden Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Thomas Severin und Peter Edlinger ist das Jahresergebnis 2014 ein wichtiges Signal für den Konzern. „Unter wirklich schwierigen Marktbedingungen ist es uns gelungen, ein positives Konzernergebnis zu erwirtschaften. Ein Erfolg, an dem unternehmensübergreifend viele mitgearbeitet haben. Zeit zum Durchatmen verbleibt leider nicht. Die Rahmenbedingungen für den Versorgungs- und Verkehrsbereich verändern sich weiterhin kontinuierlich. Als Dienstleister müssen wir daher unsere Prozesse stetig an die Marktanforderungen anpassen, auf Effizienzen in allen Kernbereichen achten und die zur Verfügung stehenden Mittel sorgfältig einsetzen“, sagte Dr. Thomas Severin.

Die Ergebnisse in den nächsten Jahren werden einerseits von den weiteren energie-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der Energiewende bestimmt und andererseits sind sie maßgeblich von der  Entwicklung des Bewertungszinssatzes für Pensionsrückstellungen in der momentanen Niedrigzinsphase abhängig.

 

Strategische Ausrichtung: Der Stadtwerke-Konzern rüstet sich für die Zukunft

Um die Eigenständigkeit des Konzerns nachhaltig zu sichern, hat die Konzernleitung gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern strategische Ziele erarbeitet, die bis zum Jahr 2020 umgesetzt werden sollen. Dazu gehören ein einheitliches Konzernvertriebskonzept, die Attraktivitätssteigerung als sicherer Arbeitgeber im Saarland oder die Effizienzsteigerung durch Stärkung der saarländischen Kooperation.

Ein erstes Ziel ist bereits erreicht: die Umsetzung der neuen Markenstrategie zum 1. Oktober 2015. Aus der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH wurde die Stadtwerke Saarbrücken GmbH. Aus der Stadtwerke Saarbrücken AG wurde die Stadtwerke Saarbrücken Netz AG. Die „Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken“ (BBS) heißt jetzt Stadtwerke Saarbrücken Bäder GmbH. Aus der Stadtbahn Saar GmbH, der Infrastrukturgesellschaft des Verkehrsbereichs, wird die Saarbahn Netz GmbH. „Ziel ist es, nach außen und innen klar und unmissverständlich zu kommunizieren und unseren Kunden ein transparentes Bild von den Dienstleistungen des Konzerns zu geben. Dazu wurde sich auf die beiden stärksten Marken im Konzern konzentriert: Stadtwerke Saarbrücken und Saarbahn“, erläuterte Geschäftsführer Peter Edlinger. Alle Unternehmen behalten ihre gesellschaftliche Eigenständigkeit, haben aber einen neuen Namen.

 

Positives Ergebnis 2014: Umstellung und Verpachtung der Kraftwerke erfolgreich

Der Stadtwerke-Konzern hat in hocheffiziente und damit umweltfreundliche KWK-Anlagen mit hochmodernen Wärmespeicherkapazitäten investiert. Der extreme Strompreisverfall an den Börsen (infolge Einspeisevorrang EEG) führt bekanntermaßen zu einer kontinuierlichen Verschlechterung der betriebswirtschaftlichen Situation, insbesondere von erdgasbefeuerten Anlagen. Die Verpachtung des Heizkraftwerks Süd Ende 2013 an die ZF war ein wesentlicher Lösungsschritt im Hinblick auf die geänderten Marktbedingungen mit wirtschaftlichen Vorteilen für alle Beteiligten.

Mit der Umstellung von vier der fünf Blockheizkraftwerke (BHKW) in Saarbrücken auf Biomethan konnte der Konzern die besagten Einheiten aus der Verlustzone führen und erwirtschaftet heute auch hier einen Gewinn. Letztlich hat der Konzern Arbeitsprozesse gestrafft, was in Summe zu dem positiven Jahresergebnis 2014 geführt hat.

 

Die Stadtwerke Saarbrücken behaupten sich

2014 hat die Stadtwerke Saarbrücken Netz AG ein positives Ergebnis erzielt.

Der Saarbrücker Netzbetreiber und Wasserproduzent- und lieferant behauptet sich damit seit vielen Jahren sehr gut in einem Umfeld, das ständig zunehmenden gesetzlichen und regulatorischen Veränderungen unterworfen ist.

Im Strom- und Gasbereich muss das Unternehmen in den kommenden Jahren infolge anreizregulatorischen Änderungen mit weiter abnehmenden Erträgen rechnen. Um den Effizienzvorgaben der Regulierungsbehörden marktkonform zu begegnen, müssen sich die Stadtwerke dem ständig zunehmenden Kostendruck durch kontinuierliche Effizienz- und Prozessverbesserungsmaßnahmen entgegenstellen. Ziel ist es auch, die Netzanschlussvermarktung weiterhin auszubauen, um die Netze der Stadtwerke auszulasten.

Seit 2009 existiert eine enge Kooperation mit VSE und Enovos. Der Betrieb einer gemeinsamen, hochmodernen Netzleitstelle am Standort der Stadtwerke ist nur ein Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Hier investieren die Stadtwerke bis Ende 2015 weitere 1,5 Mio. Euro zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit der Anlagenbetriebe aller Kooperationspartner.

 

Beteiligungen in saarländischen Kommunen und die Strommarke „kommpower“

Eine wichtige strategische Säule des Stadtwerke-Konzerns sind die Beteiligungen in saarländische kommunale Energie- und Wasserversorgungsunternehmen. So konnte die Stadtwerke Saarbrücken Beteiligungsgesellschaft die erfolgreiche und seit 2002 bestehende Kooperation mit der Gemeinde Heusweiler im April um weitere fünf Jahre verlängern.

Mit dem gebündeltem Know how von 5 Stadt- und Gemeindewerken riefen die kommunalen Partner Ende 2014 gemeinsam eine neue Strommarke ins Leben: „kommpower – Energie für Saarländer“. Beteiligt sind die Stadt- und Gemeindewerke in Eppelborn, Friedrichsthal, Lebach, Heusweiler und Kleinblittersdorf. Die Kooperationsunternehmen kaufen den Strom gemeinsam günstig ein und geben den Einkaufsvorteil entsprechend an ihre jeweiligen Kunden weiter.

 

Schlechte Witterung in 2014 drückt Besucherzahlen – 2015 mehr Badegäste

Im Jahr 2014 haben insgesamt 399.620 Badegäste die Kombibäder in Altenkessel und Fechingen, das Schwarzenbergbad in Saarbrücken sowie das Frei- und Hallenbad in Dudweiler besucht (2013: 510.298). Grund für den Einbruch der Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahr war die schlechte Witterung im Sommer 2014.

Im Vergleich zur letztjährigen Saison konnten sich die Saarbrücker Bäder im Sommer 2015 über einen Anstieg der Besucherzahlen freuen. Insgesamt 264.006 Badegäste besuchten die Kombibäder Altenkessel und Fechingen, das Schwarzenbergbad sowie das Dudweiler Freibad im Zeitraum zwischen Mai und September dieses Jahres (2014: 223.679).

 

co.met

Der bundesweit agierende Energiemarktdienstleister co.met GmbH konnte auch 2014 seine Wettbewerbsposition weiter festigen und ausbauen. Die co.met erzielte im Berichtszeitraum einen Gewinn von rd. 1,8 Mio. Euro.

Die Tochter des Stadtwerke-Konzerns erbringt bei über 350 aktiven Vertragspartnern aus dem kommunalen Stadtwerke-Umfeld Dienstleistungen an rund 3,5 Millionen Zählpunkten in ganz Deutschland.

 

Die Saarbahn in Lebach

Am 5. Oktober 2014 konnte die Saarbahn nach fünfeinhalb Jahren Bauzeit ihren Betrieb auf der Köllertalstrecke zwischen Heusweiler Markt und Lebach aufnehmen. Rund 10.000 Besucher haben die Eröffnung der rund elf Kilometer langen Strecke in Lebach gefeiert und sie bei einer kostenlosen Saarbahnfahrt getestet.

Seit der Inbetriebnahme der neuen Teilstrecke wird das neue Angebot von den Fahrgästen sehr gut angenommen. Rund 5.200 Fahrgäste transportiert das Unternehmen pro Tag (Durchschnitt Montag bis Donnerstag) auf der Köllertalstrecke. Das entspricht rund 1,5 Mio. Fahrgästen pro Jahr, womit die Planerwartungen um ca. 16 % übertroffen werden konnten.

Im Hinblick auf einen Weiterbau der Saarbahn ist die Geschäftsführung weiterhin in Verhandlungen mit dem Land.

 

Saarbahnstrecke nach Saargemünd vorerst gesichert

Die grenzüberschreitende Saarbahnverbindung ab der Grenze bis Saargemünd ist bis Ende 2016 gesichert. Darauf haben sich die Saarbahn GmbH sowie die französische Bahn SNCF geeinigt. Im Juli 2015 haben die Verhandlungspartner einen Vertrag unterzeichnet, der bis Ende 2016 gültig ist. Die Saarbahn zahlt für die Nutzung der circa 1 Kilometer langen Strecke künftig rund 80.000 Euro, SNCF übernimmt 100.000 Euro, der französische Staat zahlt 60.000 Euro p.a..

 

Investitionen und Mitarbeiter

Die Investitionen (Anlagenzugänge) in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände der Konzerngesellschaften (ohne Finanzinvestitionen) beliefen sich 2014 auf insgesamt 30,9 Mio. Euro (2013: 31,5 Mio. Euro).

Bis zum 31. Dezember 2014 waren insgesamt 1.007 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im VVS-Konzern tätig (Vorjahr: 999).

 

Ein guter Anfang: Ausbildung im Stadtwerke-Konzern

Der Saarbrücker Stadtwerke-Konzern ist ein bedeutender Arbeitgeber und ein wichtiges  Ausbildungsunternehmen in der Landeshauptstadt Saarbrücken. Derzeit sind 68 Auszubildende beim Konzern beschäftigt und erlernen die Berufe Industriekauffrau/-mann, Fachinformatiker/-in für Systemintegration, Elektroniker/-in für Betriebstechnik, Anlagenmechaniker/-in, Mechatroniker/-in, Kfz-Mechatroniker/-in und Berufskraftfahrer/-in mit Schwerpunkt Personenbeförderung. 2014 wurden 19 neue Azubis eingestellt, 2015 sind es sogar 29.

Auch für das Ausbildungsjahr 2016 werden neue Azubis gesucht. Einen umfassenden Überblick über die Ausbildungsmöglichkeiten im Stadtwerke-Konzern gibt es unter www.einguteranfang.com.

Im Rahmen einer Ausbildungskooperation der Stadtwerke und der VSE erfolgt die Ausbildung von Fachinformatikern und Elektronikern direkt am Standort Hohenzollernstraße.

Um den gemeinsamen Ausbildungsstandort in Saarbrücken nachhaltig zu stärken planen die Stadtwerke für 2017 eine neue, moderne Ausbildungswerkstatt. Diese soll die alte Werkstatt ersetzen und Rahmenbedingungen schaffen, die über viele Jahre eine anforderungsgerechte und zukunftsgerichtete Ausbildung garantieren.